Bodenkundliche Baubegleitung „A 1 – Ersatz der Dütebrücke“ (Juni 2015)

Die Zeit drängt für die 280 m lange Dütebrücke der Autobahn 1 von Münster nach Bremen: Das Brückenbauwerk kann unter Berücksichtigung temporärer Stabilisierungsmaßnahmen nur noch wenige Jahre betrieben werden.

Im Westen der Stadt Osnabrück, im Ortsteil Atter, überquert die Dütebrücke der A1 das Tal der Düte, für die derzeit der zuständige Landesbetrieb Straßenbau NRW, Regionalniederlassung Münsterland, Ersatz plant. Da der Einfluss der baubedingten Maßnahmen auf die davon betroffenen Böden auf ein Mindestmaß beschränkt werden soll, wurde die IFUA-Projekt-GmbH mit der Bodenkundlichen Baubegleitung (BBB) beauftragt.

Das erarbeitete BBB-Konzept reicht von der Bestandsaufnahme des Ausgangszustandes der potenziell durch den Baubetrieb betroffenen Böden, über den Baubeginn mit der Baustelleneinrichtung, die Begleitung der Routineabläufe bis hin zum Rückbau der Baustelleneinrichtungen mit Baustellenende.

Ziel in der aktuellen Projektphase ist es, im Vorfeld der Baumaßnahme diejenigen Teilflächen zu erkennen und abzugrenzen, die herausragende Bodenfunktionen bieten. Diese Kenntnisse geben Hinweise darauf, wie die geplanten baulichen Maßnahmen mit dem geringsten nachteiligen Einfluss auf die Böden geplant und durchgeführt werden können.

 Mittels der Bestandsaufnahme der Böden konnte der Kenntnisstand zu den Eigenschaften der Böden nach Aktenlage überprüft und aktualisiert werden. Einerseits wurde eine bereits vorhandene Veränderung des Wasserhaushalts der ursprünglich vorhandenen Böden durch verdichtet eingebaute Aufschüttungen nachgewiesen. Hierbei wurde deutlich, dass die Grundwasser geprägten Standorte oftmals auch durch Stauwassereinfluss geprägt sind.

Staunasse Böden unter Grünlandnutzung an der Autobahnbrücke über die Niederung der Düte (IFUA-Projekt-GmbH, LM, 14.04.2015)

Staunasse Böden unter Grünlandnutzung an der Autobahnbrücke über die Niederung der Düte (IFUA-Projekt-GmbH, LM, 14.04.2015)

 

Staunasse und grundwasserbeeinflusste Böden unter Grünlandnutzung an der Autobahnbrücke im Überflutungsbereich der Düte (IFUA-Projekt-GmbH, LM, 14.04.2015)

Andererseits wurde die Verbreitung von Böden mit Archivfunktionen der Kulturgeschichte ermittelt, wozu im Untersuchungsgebiet der im nordwestdeutschen Raum typische Plaggenesch zählt. Auch treten flächenhaft im Überflutungsbereich der Düte tiefgründig humose, nährstoffreiche Kolluvisole mit Auendynamik auf, die beispielsweise herausragende Funktionen als Wasserspeicher und Schadstofffilter erfüllen.

Die Ergebnisse der bodenkundlichen Bestandsaufnahme zeigen schließlich, dass bei der Umlagerung von Böden in der Niederung der Düte mit relevanten Massen von humosem Bodenmaterial zu rechnen ist. Bei der Durchführung der Baumaßnahme sollten die in den Norm- und Regelwerken aufgeführten Hinweise zum Umgang mit derartigem Bodenmaterial im Hinblick auf die Zwischenlagerung und den Wiedereinbau berücksichtigt werden.

In Abstimmung mit den bautechnischen und naturschutzfachlichen Belangen leistet die BBB der IFUA-Projekt-GmbH einen wertvollen unterstützenden Beitrag zur bodenschutzgerechten Umsetzung der Baumaßnahme an der Dütebrücke der Autobahn 1.

 

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