Bodenfunktionskarten für Hannover fertig gestellt (März 2010)

Die Landeshauptstadt Hannover verfügte bislang nicht über fachgerechte Informationsgrundlagen zur Berücksichtigung des vorsorgenden Bodenschutzes in der kommunalen Planung und Umweltprüfung. Die IFUA-Projekt-GmbH wurde daher damit beauftragt, in einem ersten Schritt ein Verfahren zur Bewertung der in Hannover relevanten Bodenfunktionen zu entwickeln und dieses in einem zweiten Schritt durch Erstellung von GIS-Karten umzusetzen. Die Ergebnisse des Gesamtvorhabens liegen jetzt vor.

Die Verfahrensentwicklung berücksichtigte die Bodenteilfunktionen "Lebensraum für Pflanzen" (Bewertungskriterien "natürliche Bodenfruchtbarkeit", "Biotopentwicklungspotenzial", "Naturnähe"), "Wasserhaushalt" (Bewertungskriterium "Wasserspeichervermögen") und "Archiv der Natur- und Kulturgeschichte" (Kriterien "geowissenschaftliche Bedeutung", "kulturgeschichtliche Bedeutung", "Seltenheit"). Es wurde auch eine Vorgehensweise zur zusammenfassenden Bewertung dieser Funktionen entwickelt, das Erkennen der Schutzwürdigkeit von Böden "auf einen Blick" ermöglicht. Ergänzend wurde ferner die Filterfunktion gegenüber Schwermetallen bewertet. Die Arbeiten wurden vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt und Klimaschutz sowie vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) fachlich begleitet.

Die Umsetzung des Verfahrens erfolgte in Kooperation mit dem für Institut für Physische Geographie und Landschaftsökologie der Universität Hannover. Im Rahmen einer Diplomarbeit wurde die "Bodenkundliche Stadtkarte Hannover" im Maßstab 1 : 25.000 so aktualisiert, aufbereitet und ergänzt, dass sie im LBEG als Grundlage zur Durchführung von Bodenfunktionsbewertungen mit Hilfe des Niedersächsischen Bodeninformationssystems (NIBIS) herangezogen werden konnte. In einer zweiten Diplomarbeit wurden umfangreiche Datenauswertungen zur Ermittlung der Naturnähe Hannoveraner Böden vorgenommen und eine entsprechende Ergebniskarte produziert. Für alle genannten Bewertungskriterien liegen nunmehr fünfstufige Ergebniskarten vor, aus denen die Schutzwürdigkeit der Böden in Hannover hervorgeht. Die zusammenfassende Bodenfunktionsbewertung und die Aufbereitung aller Karten als ArcGIS-Projekt wurde von der IFUA-Projekt-GmbH vorgenommen. Die Stadt Hannover verfügt somit nunmehr über ein geeignetes Instrument zur Berücksichtigung des vorsorgenden Bodenschutzes.

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