Bodenschutz bei Hochspannungsmasten und -freileitungen (März 2020)

Für die Versorgung mit Strom werden durch die Netzbetreiber flächendeckende Übertragungs- und Verteilnetze der Hoch- und Höchstspannung betrieben. Diese Netze unterliegen einem ständigen Um- und Ausbau, der auch bodenschutzrechtlichen Anforderungen genügen muss.

Allein für die Energiewende werden mehrere Tausend Kilometer neuer Leitungen gebaut, andere Leitungen entfallen in großem Umfang. Es werden Freileitungsmaste neu errichtet, die Bestandsmaste der nicht mehr benötigten Leitungen werden demontiert, je nach Gründungsart inkl. der vollständigen Fundamente.

Die IFUA-Projekt-GmbH ist bereits seit ca. 2007 für die Netzbetreiber RWE (jetzt Westnetz) und Amprion sowie kleinere Verteilnetzbetreiber tätig und begleitet den Netzumbau in den Themenfeldern "Schadstoffe aus Altfundamenten /-masten", "Bodenschutz", "Wasserwirtschaft", "Gründungsberatung" und "Arbeitsschutz". Immissionsmesskampagne

Themenfeld "Schadstoffe aus Altfundamenten /-masten"

Ein großer Teil der älteren Bestandsmaste weist Korrosionsschutzanstriche aus bleihaltiger Mennige auf. Durch Witterungseinflüsse und Alterung gelangen Farbpartikel im Nahbereich der Maste in den Boden und führen zu Anreicherungen in der obersten Bodenschicht.

In enger Abstimmung mit dem LANUV NRW und den Netzbetreibern entwickelte die IFUA-Projekt-GmbH ein Untersuchungs- und Handlungskonzept, dass seit nun mehr als 10 Jahren bei allen Leitungs- und Mastdemontagen umgesetzt wird. Nach flächendeckend bereits erfolgter Untersuchung aller sogenannten sensiblen Maststandorte (Haus- und Kleingärten usw.) werden aktuell vor jeder Mastdemontage die Oberböden des betreffenden Leitungsabschnitts systematisch untersucht.

Ergebnisabhängig werden Handlungsempfehlungen gegeben und die bodenbezogenen Arbeiten gutachterlich begleitet. Weiterhin wurde eine Immissions-Messkampagne konzipiert und durchgeführt, um den Einfluss von Korrosionsschutzarbeiten am Mast durch Abstrahlen, Lasern, Bürsten, Streichen auf den Bleieintrag in den Boden zu ermitteln. Ein Ergebnis aller Erkenntnisse war unter anderem, dass Maste bei der Demontage nicht mehr umgeworfen, sondern gezielt mit Kran abgestockt werden.

Ebenfalls die älteren Bestandsmaste besitzen häufig Fundamente aus teerölimprägnierten Holzschwellen. Hierzu wurde durch die IFUA-Projekt-GmbH eine Vielzahl an Boden-, Grundwasser- und Materialbezogenen Untersuchungen durchgeführt, aus denen ein Handlungskonzept zur Fundamentdemontage und Bodensanierung entwickelt wurde. Dieses wird flächendeckend unter gutachterlicher Begleitung durch die IFUA-Projekt-GmbH weiterhin umgesetzt. Hierbei spielen vorwiegend bodenschutzrechtliche - aber auch wasser- und abfallrechtliche Fragen eine Rolle.

Auf Bundesebene wirkt die IFUA-Projekt-GmbH an dem von der LABO finanzierten Normungsvorhaben des DIN: DIN 19751 "Anleitung für vorsorgende Maßnahmen zum Schutz von Böden vor schädlichen Stoffeinträgen bei Errichtung, Unterhaltung und Rückbau von Stromleitungsmasten und anderen Stahlbauwerken" mit.

Weitere Aufgabenschwerpunkte bestehen im Hinblick auf den Arbeitsschutz (s.u.) auch in Immissionsmessungen sowie darauf aufbauend in der Erstellung von A+S-Plänen.

Themenfeld "Bodenschutz"

Sowohl die Errichtung als auch der Rückbau von Freileitungsmasten führen häufig zu erheblichen Einwirkungen auf den Boden. Insbesondere für den Neubau werden erhebliche Flächen in Anspruch genommen, es kommt zu Bodenverdichtungen, Oberböden und Mineralböden werden unzureichend getrennt, durch die Gründungsarbeiten gelangen Baustoffreste in den Untergrund. Beim Rückbau ist zudem insbesondere der Eintrag von Altstoffen in den Boden von Relevanz.

Durch die IFUA-Projekt-GmbH werden hierzu im Vorfeld allgemeine und maßnahmenspezifische Bodenschutzkonzepte erarbeitet. Grundlage hierzu sind u.a. der LBEG GeoBericht 28 "Bodenschutz beim Bauen", die DIN 18915 «Vegetationstechnik im Landschaftsbau; Bodenarbeiten» sowie insbesondere die DIN 19639 "Bodenschutz bei der Planung / Ausführung von Bauvorhaben".

Im Bodenschutzkonzept wird auf der Grundlage einer bodenbezogenen Datenerfassung und Bewertung ein verbindlicher Maßnahmenplan für die Bau- und Rekultivierungsphase, z.B. in Bezug auf die Grenzen der Befahrbarkeit, den Maschineneinsatz, auf den Bodenabtrag sowie die Lagerung und die Mietenhöhe, ebenso auf das Anlegen befestigter Baustraßen erstellt.

Ein wesentliches Augenmerk wird hier auf die Maßnahmen zur Baustelleneinrichtung zum Schutz gegen Bodenverdichtungen, auf die Durchführung der Gründungsarbeiten sowie die Verhinderung des Eintrags bodenfremder Stoffe gelegt. Durch die Bodenkundliche Baubegleitung wird die Umsetzung der vorgesehenen Maßnahmen aus dem Bodenschutzkonzept sowie den bodenschutzrelevanten Nebenbestimmungen der Planfeststellung überwacht, insbesondere erfolgt aber situationsbezogen eine Beratung des Netzbetreibers und der beteiligten Baufirmen bei unvorhergesehenen Fragestellungen des Bodenschutzes.

Einen weiteren Schwerpunkt bilden Maßnahmenkonzepte für Arbeiten zum Grundwasserschutz und in Wasserschutzgebieten, die insbesondere auf den stofflichen Eintrag von Betriebsstoffen (Kraftstoffe, Betonzuschlagstoffe usw.) abzielen.

Themenfeld "Wasserwirtschaft"

Aufgrund der bei der Gründung und der Demontage von Masten häufig erforderlichen Wasserhaltungsmaßnahmen werden im Vorfeld der Baumaßnahmen hydrogeologische Voruntersuchungen durchgeführt. Hierbei werden die für die Wasserhaltung erforderlichen Kenndaten erhoben, darüber hinaus aber auch die Daten zur stofflichen Beschaffenheit, insbesondere zu den Schadstoffen (insbesondere PAK) im Grundwasser.

Aufbauend auf diesen Ergebnissen werden die erforderlichen Wasserhaltungsmaßnahmen konzipiert, Fachbeiträge nach WRRL und zur UVVP erstellt sowie die Anträge zur wasserrechtlichen Erlaubnis erarbeitet. Die Maßnahmen selbst werden gutachterlich überwacht.

Themenfeld "Gründungsberatung"

Die Gründung von Freileitungsmasten setzt voraus, dass die prognostizierten und der Statik zugrunde gelegten Untergrundverhältnisse beim Tiefbau auch so anzutreffen sind. Die IFUA-Projekt-GmbH nimmt deshalb die geologische Bauüberwachung insbesondere beim Spezialtiefbau vor und berät den Bauherren bei Abweichungen.

Themenfeld "Arbeitsschutz"

Beim Bau zw. Rückbau von Hochspannungsfreileitungen und –masten handelt es sich immer auch um Arbeiten mit erheblichem Gefährdungspotenzial für das ausführende Personal. Die IFUA-Projekt GmbH führt hier für die Netzbetreiber und auch die bauausführenden Firmen die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination nach Baustellenverordnung sowie die Arbeitsschutzkoordination nach DUV Regel 101-004 durch.

 

 

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