Bodenschutz

Baugebiet „Alte Soester Straße“ - Bodenkartierung zum Vorkommen des Bodentyps Plaggenesch in einem Baugebiet in Hamm/Westfalen

Auftraggeber: privater Auftraggeber

Plaggenesch-Böden erfüllen in besonderem Maße die in der Bodenschutzgesetzgebung aufgeführte Funktion als Archiv der Kulturgeschichte. So weist die „Karte der schutzwürdigen Böden“ in NRW sogenannte Suchräume für Böden aus Plaggenauftrag aus. Da aus bodenkundlichen Karten Hinweise zum Vorkommen des Bodentyps „Plaggenesch“ im Baugebiet an der „Alte Soester Straße“ in Hamm vorlagen, war im Zuge von Planungsverfahren dem möglichen Vorkommen dieses Bodentyps nachzugehen.

Im Auftrag des Flächeneigentümers und in Abstimmung mit der Stadt Hamm/Westfalen erfolgte im August 2018 eine Bodenkartierung zur Abgrenzung schutzwürdiger Böden für das ca. 2.500 m2 große Baugebiet. Auf Grund der nicht auszuschließenden Mächtigkeit von Plaggenaufträgen von >1 m wurden Handsondierungen bis 2 m unter Geländeoberkante durchgeführt. Die für die Zielsetzung relevanten Parameter wurden mittels Bodenansprache nach den Schlüssellisten der Bodenkundlichen Kartieranleitung an vier Bohrpunkten erhoben. Die Auswahl der Lage der Bohrpunkte orientierte sich an den Vorkenntnissen der „Karte der schutzwürdigen Böden“, den Geländestrukturen und den aktuellen Flächennutzungen.

Die Ergebnisse der Bodenkartierungen zeigen humosen-mineralischen Bodenauftrag von bis zu 150 cm Mächtigkeit aus Sanden und Lehmen mit Beimengungen von technogenen Substraten (z.B. Ziegelbruch, Aschen). Ein heutiges Vorkommen von Plaggenesch-Böden bestätigt sich somit nicht. Als Bodentyp wurde jedoch neben Kolluvisolen auch ein Hortisol (Gartenboden) kartiert, der ebenfalls die Funktion als Archiv der Kulturgeschichte erfüllt. Es wurden Empfehlungen ausgesprochen, diesen, im Sinne des Bodenschutzes, empfindlichen Bereich beim geplanten Baubetrieb und von zukünftiger Bebauung freizuhalten.

Bearbeitungszeitraum: 2018

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