Bodenschutz

Bebauungsgebiet Hamm-Westtünen - Bodenkartierung zur Abgrenzungsuntersuchung des Bodentyps Plaggenesch vom Auengley

Auftraggeber: Stadt Hamm/Westfalen

Teile der Fläche eines Bebauungsgebietes im Ortsteil Westtünnen (ca. 8 ha) der Stadt Hamm/Westfalen liegen gemäß Karte der schutzwürdigen Böden in NRW im Suchraum schützenswerter Böden mit Archivfunktion (hier: Plaggenesch). Die Funktion des Bodens als Archiv der Kulturgeschichte nimmt insbesondere in urban geprägten Räumen eine Sonderstellung ein. Wenn Böden durch Baumaßnahmen abgegraben oder überlagert werden, ist die Archivfunktion nicht wieder herstellbar und geht, anders als bei den weiteren Bodenfunktionen, deren Erhalt und Schutz in § 2 BBodSchG verankert ist, unwiederbringlich verloren.

Um diesem besonderen Sachverhalt in den planerischen Entscheidungsprozessen gerecht zu werden, ist im Vorfeld der Ausweisung von Bebauungsgebieten und der Umsetzung von Baumaßnahmen eine großmaßstäbige Bodenkartierung und Bewertung im Hinblick auf die Schutzwürdigkeit von Böden von grundlegender Bedeutung. Zur Abgrenzung des als schutzwürdig eingestuften Bodentyps Plaggenesch (Funktion als Archiv der Kulturgeschichte) gegenüber dem in der Bodenkarte 1:50.000 (BK 50) ebenfalls ausgewiesenen Bodentyp Auengley wurde eine Bodenkartierung durchgeführt.

Das Vorkommen und die exakte flächen- und tiefenbezogene Verbreitung des Bodentyps Plaggenesch wurde mit Hilfe der zur Ableitung der Bodenform (Kombination von Bodentyp und Ausgangsgestein der Bodenbildung) erforderlichen Parameter vor Ort bei einer Bohrtiefe von 1 m uGOK an 36 Standorten erhoben. Die flächenbezogene Abgrenzung der Bodeneinheiten berücksichtigt vorliegende Informationen aus Bodenkarten (1:50.000), topographischen Karten mit Geländehöhen sowie historische Luftbilder und Karten.

Im Ergebnis konnte gezeigt werden, dass die Verbreitung der Auengleye auf einen Teilbereich im Untersuchungsgebiet begrenzt ist (ca. 2,4 ha) und ansonsten eine flächenhafte Verbreitung des Bodentyps Plaggenesch mit Mächtigkeiten zwischen 55 cm und 95 cm vorliegt (ca. 5,2 ha). Vor dem Hintergrund des Schutzes von Böden als Archiv der Kulturgeschichte wurden Empfehlungen ausgesprochen, bauliche Maßnahmen vorzugsweise auf die ermittelten Teilflächen zu lenken, auf denen Auengleye vorkommen.

Bearbeitungszeitraum: 2018

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