Gefahrenbeurteilung in Spezialfällen

Thallium in Lengerich - Digitale Bodenbelastungskarte Lengerich (Kreis Steinfurt) und weitergehende Sachverhaltsermittlungen Thallium

Auftraggeber: Kreis Steinfurt / Stadt Lengerich

Emissionen des Zementwerkes Dyckerhoff in Lengerich führten zu erhöhten Thalliumgehalten in den Böden der Umgebung, wobei zunächst zur räumlichen Ausdehnung der Belastung, zur Pflanzenverfügbarkeit und zur Bewertung Klärungsbedarf bestand. Nachdem die flächendeckenden Ergebnisse der digitalen Bodenbelastungskarte zur Thalliumbelastung des Oberbodens im Stadtgebiet von Lengerich vorlagen, waren vertiefende Schritte zur Konkretisierung der Datenlage erforderlich, um eine abschließende Gefahrenbeurteilung treffen und erforderliche Maßnahmen einleiten zu können.

In einem zweistufigen Ansatz wurde zunächst eine Bodenbelastungskarte für das Stadtgebiet Lengerich erarbeitet, die die Methodik der BBK-Bearbeitung für Außen- und Siedlungsbereich miteinander kombiniert. Für die Belastungsbereiche wurden weitere Sachverhaltsermittlungen im Hinblick auf den Wirkungspfad Boden-Pflanze vorgenommen und Zusammenhänge zwischen den Thallium-Gesamtgehalten und den pflanzenverfügbaren Gehalten hergestellt. Im Ergebnis wurde ein Pfad-integrativer Prüfwert ermittelt, um das Gebiet mit Prüfwertüberschreitungen eingrenzen und den Gefahrenverdacht pfadübergreifend bestätigen bzw. ausräumen zu können. Zur Ermittlung des konkreten Maßnahmenbedarfes wurden die tatsächlich vorhandenen Wohn- und Nutzgärten erfasst, um die Anzahl der Grundstücke mit grundsätzlichem Maßnahmenbedarf zu ermitteln. Anhand von Begehungen und Nutzungskartierungen wurden darüber hinaus diejenigen Gartengrundstücke erhoben, auf denen ein tatsächlicher Anbau von Nutzpflanzen erfolgt und für die konkrete Maßnahmen vorzusehen sind. Die entsprechende mehrstufige Gebietsabgrenzung stellte die Grundlage für die weiteren Planungsschritte dar. In Abhängigkeit von der Höhe der Belastung und der Überschreitung des Beurteilungsmaßstabs wurden unterschiedliche Maßnahmenkonzepte entwickelt. Neben den inhaltlichen und planerischen sowie technischen Aufgabenstellungen werden insbesondere auch Fragen der Kommunikation (Information, Beratung, Beteiligung) berücksichtigt, um Konflikte möglichst zu minimieren und eine allen Anforderungen gerechte und praktikable Umgehensweise mit der Problematik zu erreichen.

Bearbeitungszeitraum: 1996 - 2009

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