Sanierung

Radioaktive Altlast - Sanierungsuntersuchung / Sanierungsplanung / Ausschreibung und Überwachung der Sanierung für den Bereich der ehemaligen Chemiefabrik E. de Haёn in Hannover-List

Auftraggeber: Region Hannover

Im Bereich der ehemaligen, von 1861 bis 1902 betriebenen chemischen Fabrik von Eugen de Haën in Hannover-List finden sich zum Teil erhebliche produktions- und rückstandsbedingte Bodenbelastungen, insbesondere durch Elemente wie Arsen, Antimon und Blei, aber auch durch radioaktive Elemente wie Thorium und Uran. Die durchgeführten radiologischen und chemischen Untersuchungen und die durch die IFUA-Projekt-GmbH vorgenommene abschließende Bewertung zeigen für insgesamt 45 der weit über hundert betroffenen Grundstücke einen Maßnahmenbedarf nach BBodSchV im Hinblick auf den Wirkungspfad Boden-Mensch aufgrund der chemischen und/oder radiologischen Belastungen. Im Hinblick auf die Umsetzung solcher Maßnahmen wurde die IFUA-Projekt-GmbH seitens der Region Hannover mit der Durchführung einer Sanierungsuntersuchung und Aufstellung eines Sanierungsplans gemäß §§ 4, 13 BBodSchG und § 6 und Anhang 3 BBodSchV im Hinblick auf den Wirkungspfad Boden-Mensch für die privaten Flächen beauftragt. Nach Abschluss von Sanierungsverträgen mit der überwiegenden Mehrzahl der betroffenen Eigentümer waren die vorgesehenen Sanierungsmaßnahmen auszuschreiben.

Die Sanierungsuntersuchung ermittelte die aufgrund der Verschiede-nenartigkeit der Belastungen möglichen Sanierungsvarianten. Hierbei waren neben den relevanten chemischen Belastungen auch die radioak-tive Direktstrahlung sowie der Transfer des radioaktiven Edelgases Radon in Häuser und Wohnungen der betroffenen Grundstücke zu beachten. Die entsprechend abgeleitete Vorzugsvariante, die im Sanierungsplan planerisch umgesetzt wurde, umfasst den unter ordnungsrechtlichen Aspekten zur Gefahrenabwehr sinnvollen und erforderlichen Bodenaustausch auf den Privatgrundstücken bis ca. 35 cm Tiefe sowie eine zusätzliche Bodenüberdeckung von 25 cm, bzw. dort wo dies nicht möglich ist, den Bodenaustausch bis 60 cm Tiefe. Im Hinblick auf die Umsetzung der geplanten Sanierungsmaßnahmen wurden durch die IFUA-Projekt-GmbH mit den Eigentümern der betroffenen Grundstücke Gespräche geführt mit dem Ziel, einvernehmliche öffentlich-rechtliche Verträge auszuhandeln, die die konkrete Umsetzung und die Kostenverteilung beinhalten. Die Ausschreibung zur Sanierung umfasste die Maßnahmen zur Bodensanierung durch Bodenaustausch in einem innerstädtischen, dicht bebauten Wohnquartier. Hinzu kamen spezielle Maßnahmen aufgrund radiologischer Belastungen, die von der Radon-seitigen Sanierung bis zum Umgang mit und Transport von radiologisch belasteten Abfällen reichen. Ebenfalls in der Ausschreibung zu berücksichtigen waren Anforderungen des Denkmalschutzes, des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen sowie die individuellen Anforderungen verschiedener Eigentümer an zusätzliche bauliche Maßnahmen an Gebäuden und bei der Wiederherstellung der Grundstücke. Das Spektrum der auszuschreibenden Arbeiten war entsprechend breit und reicht vom Tiefbau in offenen und verbauten Baugruben über das Handling von Gefahrgut bis hin zu gartenbaulichen und gärtnerischen Leistungen. Die Vergabe erfolgte nach VOB als öffentliche Ausschreibung. Durch die IFUA-Projekt-GmbH wurden die Vergabeunterlagen erstellt, die Angebote geprüft und gewertet sowie eine Empfehlung für die Vergabe an den wirtschaftlichsten Bieter erstellt. Für seit 2012 durchgeführte Sanierungsmaßnahmen nimmt die IFUA-Projekt-GmbH die Aufgaben der örtlichen Bauüberwachung und fachgutachterlichen Begleitung war. Hierzu gehören insbesondere die Aufgaben in Anlehnung an HOAI zur Objektbetreuung. Daneben erfolgt die Betreuung und Kommunikation mit Anwohnern und Eigentümern sowie die ständige Teilnahme am Runden Tisch.

Bearbeitungszeitraum: 2009 - 2013

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