Sanierung

WEKA Destillation Iserlohn - Konzept zur Sanierungsuntersuchung auf dem Betriebsgelände einer Lösemittelaufbereitung

Auftraggeber: Bezirksregierung Arnsberg

Auf dem Betriebsgelände der WEKA Destillation GmbH wurden durch Destillationsprozesse aus lösemittelhaltigen Ölen, Bearbeitungsemulsionen und -lösungen, Pigment- und Harz- oder Klebstoff-verunreinigten Schlämmen, Kaltreinigern, lösemittelhaltigen Wassergemischen usw. industrieverwertbare organische Lösemittel zurückgewonnen. Als Rückstände fielen neben dem Destillat verschiedene Destillationsrückstände wie halogenierte und nicht halogenierte wässrige Gemische, Öle und Schlämme an, die gelagert und extern entsorgt wurden. Durch ein Brandereignis 2009, bei dem die Betriebsgebäude weitgehend zerstört wurden, wurden neben den genannten Stoffen und Rückständen mit dem Löschwasser auch perfluorierte Tenside (PFT) freigesetzt und in den Untergrund und das Grundwasser eingetragen.

Zur Entscheidung über Art und Umfang der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen waren zunächst vorhandene Daten, Informationen und Untersuchungen in Bezug auf die Geologie und die Hydrogeologie des Standortes sowie zu den Grundwasserleitern und der lokalen Grundwasserfließrichtung auszuwerten, sowie Aussagen zur horizontalen und vertikalen Ausbreitung von Chemikalien und Löschwasser zu treffen. Zu berücksichtigen waren dabei die Lokalisierung ehemaliger bzw. bestehender Kanalisation, unterirdischer Leitungen sowie sonstiger die Schadstoffausbreitung beeinflussender örtlicher Gegebenheiten.

Im Ergebnis waren gravierende Belastungen des Betriebsgeländes, des Untergrundes und des Grundwassers festzustellen. Hauptkontaminanten sind Lösemittel (Benzol und alkylierte Benzole, weitere organische Verbindungen im Siedebereich 50 – 150 °C, leichtflüchtige Chlorkohlenwasserstoffe), löschschaumbürtige perfluorierte Chemikalien PFC (mit den dominierenden Komponenten Perfluorhexan-, -heptan- und -octansulfonsäure sowie Perfluorhexansäure) sowie sekundär unter Luftabschluss gebildetes Methan.

Insgesamt sind die Erkenntnisse über die Schadstoffbelastungen im Untergrund des Betriebsgeländes jedoch unzureichend. Die bisherigen Untersuchungen sowie die Auswertungen zu den Eintrags- und Ausbreitungsmöglichkeiten zeigen aber, dass über das gesamte Gelände unsystematisch verteilt Schadstoffbelastungen vorliegen, die sich von allen denkbaren flächigen und punktuellen Eintragsstellen ausgehend unterhalb der Versiegelungen in den dortigen künstlichen Auffüllungen, Leitungsgräben, Fundamentstreifen usw. ausgebreitet haben können. Weitere Erkundungen anhand von Bohrsondierungen mit Entnahme von Boden- und Bodenluftproben sind vor dem Hintergrund der vorliegenden Erkenntnisse weder zielführend, noch machbar. Für die weiteren Erkundungen wurde daher vorgesehen, die Untergrundverhältnisse und die Schadstoffverteilung mittels Baggerschürfen zu erkunden.

Bearbeitungszeitraum: 2015 - 2016

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